Rezensionen


 

HIN UND WEG

Werkschau des Kinderclubs des Deutschen Theaters und des boat people projekts (Koop Club)

Flüchtlingsschicksale auf der Bühne: Radschlagen über das Meer von Anne-Lise Eriksen in der HNA vom 14.06.2017
"Die Mannschaften waren streng getrennt, ihre Mitglieder rebellierten aber nach und nach gegen diese Regel. Schließlich kamen alle, auch die Regel aufstellenden Mannschaftsführer, überein: Spielen macht mehr Spaß mit- als gegeneinander. Die Erkenntnis ist mühelos auf das Leben in einer Gesellschaft übertragbar.

Das Publikum amüsierte sich über die coolen Sprüche der Kinder und belohnte die akrobatischen Einlagen mit Szenenapplaus. Viele Zuschauer kamen der Einladung nach, an der Wiederholung des Basketballspiels alle gegen alle zu fetziger Musik mitzumachen. Den Ball musste man sich vorstellen."

 

Beyond Doubt: Lotario

Die Jugendoper der Internationalen Händel-Festspiele und des boat people projekts

Premierenbesprechungen
Premiere für Beyond Doubt: Lotario von Christiane Böhm im Göttinger Tageblatt am 10.05.2017
"Vielleicht ist diese Jugendoper nichts für Händel-Puristen, für alle anderen gilt: das sollte man gesehen haben! Frischer Wind in sperrigen Opernlibrettos, ansteckende Musik und Enthusiasmus. Den wunderbaren Schlusschor sang, spielte und tanzte das Ensemble als Zugabe ein zweites Mal vor dem Publikum, das Standing Ovations spendete."

Viel Applaus für Jugendoper in Göttingen: Testosteron-gesteuerter Titelheld von Anne-Lise Eriksen in der HNA am 08.05.2017
"Bei der Unterdrückung des Volkes, aber auch in dessen Käuflichkeit und Egoismus wurden Parallelen zu aktuellen Themen wie Fremdenhass, Protektionismus, Krieg und Flucht gezogen. Köstlich waren die Einträge auf Berengarios Twitter-Account, fast wörtliche Zitate von Donald Trump.

(...) Ein witziger Regie-Einfall war die Vervielfältigung der Hauptfiguren, die zwei-, drei- und vierfach auftraten. Köstlich war der dreifache Titelheld Lotario als Testosteron-gesteuerter Cowboy, witzig der zweifache opportunistische und in sich zerrissene Clodomiro."

 

Vorberichterstattung

Die Weltpolitik im Mikrokosmos von Frank Beckenbach im Göttinger Tageblatt am 11.04.2017
"Spannend ist auch die musikalische Herangehensweise. „Wir nehmen Musik von Händel und verbinden diese mit Liedern aus der Heimat der Jugendlichen, das ist auch Kurdistan oder Syrien“, sagte der musikalische Leiter der Aufführung, Hans Kaul." 

Internationale Händelfestspiele in Göttingen: Barock trifft Arabisch von Valerie Schaub von der HNA am 12.04.2017 

"Für das Stück holen Regisseurin und Musikalischer Leiter den Inhalt in die heutige Welt, Händels barocke Musik kreuzen sie mit Liedern aus den Heimatländern der ausländischen Jugendlichen, zum Beispiel aus Syrien oder Kurdistan. Allerdings ohne, dass dadurch Brüche entstehen. „Es war schwer, das in einen Guss zu bekommen“, sagt Hans Kaul, „wir haben ganz schön getüftelt“.

In dem Lied auf der Bühne singt Arif Ullah übersetzt: „Ich will in meinem Heimatland Blumen pflanzen.“ Es ist ein sehr altes Lied, sagt er. Und: „Ich liebe mein Heimatland, aber dort muss ich kämpfen.“

Gekämpft wird auch in dem fast 300 Jahre alten Stück von Händel. Nachdem der König gestorben ist, will Berengario die Krone Italiens an sich reisen. Deshalb soll sein Sohn die verwitwete Königin Adelaide heiraten. Doch die ruft den deutschen König Lotario zu Hilfe und der Machtkampf beginnt."

Lotario kommt näher von Jens Wortmann vom Kulturbüro am 11.04.2017
"Mit welchem Engagement die jungen Menschen bei der Sache sind, ist bei den Proben zu spüren. Zu hören ist sowohl Musik des Barockkomponisten als auch Klänge aus der Heimat der Darsteller. Welchen Aufgaben sich das Produktionsteam stellen muss, kann man nur erahnen. „Hier findet Weltpolitik im Mikrokosmos statt“, beschreibt die Regisseurin die Zusammensetzung der Gruppe. Hans Kaul ergänzt: „80% der Jugendlichen sind von der Abschiebung bedroht. Bei den Proben können sie endlich einmal diese ganzen Probleme für kurze Zeit ausblenden.“

 

BRENNE - Ein Stück über Glaubenskrieger nach Motiven aus DIE RÄUBER von Friedrich Schiller

Neues Boat-People-Stück "Brenne": Vom Hoferben zum Gotteskrieger von Carmen Barann in der HNA am 12.12.2016
"Mit Friedrich Schillers frühem Sturm und Drang-Schauspiel „Die Räuber“ als Grundlage hat Weiß ein modernes Stück verfasst, das der viel diskutierten Frage nach den Motiven nachgeht, warum sich junge, im Westen aufgewachsene Menschen dem IS als „Gotteskrieger“ anschließen und ob es ein Zurück für sie gibt. Weiß hat seinen Text geschickt immer wieder mit Zitaten aus den „Räubern“ durchsetzt. Das verleiht dem Text nicht nur interessante sprachliche Reize, sondern lässt auch staunen, wie gut diese über 230 Jahre alten Worte des Klassikers ins Thema und in unsere Zeit passen. 

(...)
Insgesamt eine in mehrerer Hinsicht gelungene Inszenierung: als Adaption von „Die Räuber“, als Entwicklungsstück und nicht zuletzt als Beitrag zu einem „brennenden“ Thema."

Neue Produktion des Freien Theaters von Peter Krüger-Lenz im Göttinger Tageblatt am 10.12.2016
"Auch diesmal trägt Damberg weitgehend solistisch den Abend. Bruchlos und nachvollziehbar gleitet sein Karl aus dem bürgerlichen Leben in den menschenverachtenden Krieg. Der Konvertit Karl wird zum Gewalttäter. 

(...)
Und Safoan Zaher spielt einen Moslem, der Karl lautstark zur Rede stellt. Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit sind zentrale Motive bei Schiller, auch Weiß’ Karl treiben sie um. Umstandslos verschränken sich die Geschichten, deren Entstehung 235 Jahre auseinander liegt. Erstaunlich. Ein bemerkenswerter Theaterabend."

Brennende Glaubenskrieger auf der Boat People Bühne im IWF von Tina Fibiger vom Kulturbüro Göttingen am 13.12.2016
"Die Inszenierung von Reimar de la Chevallerie vertraut hier umso mehr auf die Bildsprache und lässt Matthias Damber mit einem Scherenschnitt den Weg die in die radiale Revolte und das erlösende Glaubenscredo imaginieren. Dann folgt eine Schule der Gewalt in Filmaufnahmen mit Christopher Weiß und Gerd Zinck sowie Andreas Jessing vom Ensembles des Deutschen Theaters, die dem neuen Waffenbruder ihr ebenso blutiges wie zynisches und menschenverachtendes Regelwerk diktieren. Dokumentaraufnahmen von Kriegs- und Terrorschauplätzen werden eingeblendet und wie auch sie diesen jugendlichen Geist, der so sehr auf Taten brannte erneut in die Flucht treiben und wieder in die Sprache Schillers. Dessen Räuber beklagt nun die Folgen seines mörderischen Wahns und Handelns und dessen Ausweglosigkeit."

 

 


HILFE! Ein Stück über Grenzwerte von Sophie Diesselhorst

Kapitulation der Gutmeinenden von Jens Fischer in der TAZ am 19.11.2016
"Der grob collagierte, dabei frech, humorvoll analytisch und trotzdem realistisch anmutende Text ist zum schnellen performativen Gebrauch bestimmt. Chevallerie trainierte das Ensemble in diversen Spielformen – für schmerzhafte Willkommenskultur-Comedy."

Nichts als zielloses Gehelfe? von Hartmut Hombrecher bei Litlog am 25.11.2016
"Wie geschickt das Stück selbstreflexive Prozesse in Gang setzt, ist beeindruckend und liegt neben der hervorragenden schauspielerischen Leistung, insbesondere von Rzgar Khalil, auch an der intelligenten Inszenierung von Nina de la Chevallerie (Bühnenbild: Lea Dietrich, Dramaturgie: Nicola Bongard)."

Viel hilft viel von Peter Krüger-Lenz im Göttinger Tageblatt am 27.09.2016
"Ganz feinsinnig sind Regisseurin Nina de la Chevallerie und ihr Ensemble – diesmal wieder professionelle Schauspieler – mit dem nicht ganz einfachen Thema umgegangen. Wer hilft tut Gutes, manchmal aber auch nur Gutgemeintes oder zuviel des Guten. Ganz vorsichtig umkreisen die Akteure die brisanten Punkte. Denn bloßgestellt soll niemand werden, schon garnicht jemand, der hilft. „Das Boat People Projekt“ vermisst den Unterschied zwischen dem Angemessenen und der Anmaßung“, schreiben die Theatermacher. Genau so filigran sind sie mit dem Thema umgegangen." 

 

EINE STADT VERÄNDERT SICH

Premiere von "Eine Stadt verändert sich": Zuwanderung hinter Spuren von Carmen Barann in der HNA am 21.03.2016
"Ein wie für Staatsgäste ausgerollter roter Teppich ist neben weißen Sitzwürfeln und Videowänden das auffälligste Requisit auf der Bühne (Reimar de la Chevallerie) und dient unbeachtet vom Spiel davor still mahnend als Symbol des Willkommenheißens. In der neuesten, sehr anspruchsvollen Produktion des Göttinger Boat People Projekts „Eine Stadt verändert sich“, die jetzt im Theater des ehemaligen Institut für den Wissenschaftlichen Film (IWF) mit großem Erfolg Premiere hatte, wird dieses Symbol hinterfragt.""Zuwanderung hinterlässt bei allen Beteiligten, den Geflüchteten wie den Einheimischen Spuren, so das Resumee des Stückes. Folglich saßen zum Schluss alle fünf Akteure zusammen in einer Kiste. Lang anhaltender und begeisterter Applaus."

Weißt du, wer ich bin? von Melina Janders von Litlog am 25.02.2016
"Es ist voll im ausverkauften Saal des ehemaligen Institus für Wissenschaftlichen Film. Während die Besucher des Stückes den Saal betreten und auf ihre Plätze zusteuern, scheinen die Schauspieler schon ihres Amtes zu walten: Hektisch und chaotisch wechseln sie ihre Plätze auf den weißen Sitzquadern, stellen diese um, bauen kleine Türmchen mit ihnen, um sich dann doch wieder zu setzen. Nun kann es also losgehen. Und zwar mit Filmprojektionen auf den drei im Saal installierten Leinwänden. Abwechselnd sieht man Close-Ups der Schauspieler, die Statements aus der in den letzten Monaten dauerhaften präsenten Flüchtlingsdebatte zitieren. Mit dabei ist natürlich auch der allseits bekannte Slogan »Wir schaffen das!« Da könnte man nun denken, Eine Stadt verändert sich sei ein durch und durch politisches Stück. Ist es aber nicht, wie die kommenden 90 Minuten zeigen werden. Denn auf der Bühne werden die tagespolitischen Debatten rund um das Thema Flüchtlingskrise vor allem aus einer menschlichen und individuell-intimen Perspektive verhandelt – und nicht mit einem distanzierten, generalisierenden Blick."

Boat People Projekt stellt Fragen zur Flucht im Göttinger Tageblatt am 21.02.2016
"Nicht nur die Rollenbilder, auch das Bühnenbild ist in stetigem Wandel. Ständig werden die Würfel und Stellwände zu neuen, teils abenteuerlichen, Konstrukten aufgetürmt und auf ihre Standfestigkeit erprobt. Dabei entstehen auch eine Mauer und die Frage, wer ist auf der „anderen Seite“. Wer lässt wen rein oder raus? 

Unter der Regie von Nina de la Chevallerie ist ein gut durchdachtes und trotzdem offenes Stück entstanden, das Raum für die Interpretation und Assoziation der Zuschauer lässt. Schauspiel, Musik und Videokunst verschmelzen und zeichnen das Bild von einem „unförmigen Deutschland“, das seine Identität ebenso vergeblich sucht, wie seine Grenzen.  „Eine Stadt verändert sich“ bietet keine einfache Meinung, sondern zeigt, wie vielfältig und kritisch ein „wir“ hinterfragt werden muss."

 

FLUTLICHT - das boat people song projekt

Flucht als Göttinger Theaterthema von Marie Varela im GT am 19.12.2015
"Was sie außer Krieg und Gewalt zurückgelassen haben, zeigt sich teilweise in der poetischen, ästhetischen Bilderwelt (Sonja Elena Schroeder und Thomas Kirchberg), in die die gesamte Produktion eingebettet ist. Der Haupteindruck der Inszenierung bleibt jedoch hoffnungsvoll und energetisch. Nicht nur in Liedern wie „Amen Sam Roma“ („Wir sind Roma“) wird ausgelassen gemeinsam gesungen. Die vier jungen Front-Männer und -Sänger überzeugen stimmlich mit ihren muttersprachlichen Liedern und durch ihr Bewegungs- und Tanztalent. Es gibt Zugaben und am Ende tanzt man ausgelassen gemeinsam und fühlt sich vielleicht fremd, aber auch verbunden."

"Viel gefährlicher als das Meer ist der Mensch". Umjubelte Aufführungen des Boat People Projekts FLUTLICHT in der HNA am 20.12.2015
"Getragen wird das Stück von der Musik der Boat People Band. Was schwer mit Worten, zumal in deutschen, für die jungen Flüchtlinge zu sagen ist, kommt in den wunderbar gesungenen Liedern ihrer Heimatländer, die Hans Kaul für sie arrangiert und zum Teil geschrieben hat, gefühlsmäßig viel stärker zum Ausdruck. Da überträgt sich die Sehnsucht nach der Heimat, nach den Familienangehörigen oder der verlorenen Freundin genauso wie die einst erlebte Lebensfreude. Trauer und Hoffnung in einem. Im Hintergrund laufen währenddessen auf drei großen Leinentüchern Videos mit Alltagsszenen aus Syrien, unterbrochen immer wieder mit Szenen aus Göttingen, der vielleicht neuen Heimat (Sonja Elena Schroeder und Thomas Kirchberg)."

 

WeltPolitikReaktionsVentil

Theater im ehemaligen Filminstitut: Beifall für Boat-People-Projekt von Anne-Lise Eriksen in der HNA am 12.07.2015
„Diese Problempalette wird fantasiereich und oft witzig inszeniert. [...] Nicht nur hier gibt es reichlich Stoff zum Nachdenken. Die Performance, die gut anderthalb Stunden dauert, ist gespickt mit Informationen und Sentenzen. Die Aufmerksamkeit wird auf Trab gehalten.“„Das Spiel der Darsteller ist beeindruckend, auch, weil die wenigsten Schauspielerfahrung haben, von einer speziellen Ausbildung ganz zu schweigen. Dem Boat People Projekt gebührt große Anerkennung dafür, in nur vier Monaten aus etwa 50 Frauen und Männern mit den verschiedensten Vorkenntnissen und Fähigkeiten, darunter sogar etwa zwölfjährige Mädchen, eine funktionierende Theatergruppe entwickelt zu haben.“„Das Publikum der ausverkauften Premiere bedankte sich mit lang anhaltendem, stehenden Beifall.“ONLINE

Im Sog einer virtuellen Parallelwelt von Karola Hoffmann aus dem Göttinger Tageblatt am 07.06.2015
„Videofilme, Einspieler, Musik, das Hineinschlüpfen in verschiedene Rollen – Weiß und de la Chevallerie gelingt eine spannende und temporeiche Inszenierung mit viel Witz und Tiefgang. (...) Mit Respekt und ohne erhobenen Zeigefinger nähern sich die Schauspieler der Welt der Jugendlichen und deren Aktivitäten im Internet. Zudem wirkt Weiß mit seinen 37 Jahren auch in jedem Moment glaubwürdig in der Rolle des 16-jährigen Paul. (...) Die räumliche Nähe der Inszenierung trägt dazu bei, dass man sich als Zuschauer gerne in den Strudel des Geschehens hineinziehen lässt, und sich schließlich auch auf überraschende Weise darin wiederfindet. Die begeisterten Zuschauer bedankten sich mit viel Applaus.“

 

MAHALA INTERNATIONAL

Der SWR berichtet zu MAHALA INTERNATIONAL

 

SCHATTENBOXER

Das Göttinger Tageblatt berichtet zu unserer Gastreise in Südafrika.

Auf dem Rücksitz deiner Seele von Thomas Kaestle aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung am 2.3.2015

„Die freie Theatergruppe „boat people projekt“ aus Göttingen präsentiert eine zermürbende Innen- und Rückschau, zeigt die differenzierte Gefühlslage eines zerrissenen Landes und fordert ein schmerzhaftes Einfühlen ein.“

„Der gezeigte Kampf des Protagonisten mit seinem Schatten, der Vergangenheit, Familie, Taten und Untätigkeit zugleich ist, entwickelt sich auf der Bühne zum Emanzipationsprozess. Zum (hervorragend choreografierten) zaghaften Tänzeln, das erst in der Gesamtbetrachtung zum Tanz wird, so wie die Textfetzen sich nur zaghaft zu einer dichten, kraftvollen Geschichte fügen. Mdluli und dem Ensemble gelingt eine Perspektive jenseits von Schwarz oder Weiß: virtuos, subtil und präzise.“

Vergessene Schatten von Birte Müchler, litlog.de am 13.01.2015
„Was das Göttinger Publikum hier erlebt, ist so intensiv, so intim und schonungslos, dass man zwischenzeitlich geneigt ist, sich zu vergewissern, wo man sich in Wirklichkeit befindet. Markerschütternd, jedoch nicht ohne Witz erzählen die beiden Männer mit Körper und Stimme von ihrem Schicksal – Es ist zugleich das Schicksal tausender anderen Menschen.

Es kann nicht genug gesagt werden, wie wichtig dieser Tage Stücke dieser Art sind. Wie wichtig es ist, Kultur aufrecht zu erhalten und Themen in unsere Mitte zu bringen, die wir sonst nur am Rand unser Wahrnehmung erkennen, weil sie uns kaum tangieren. Dieser Theaterabend ist ein Erlebnis, das sich von sonstigen Theaterbesuch abhebt und gerade deshalb so wertvoll ist, weil es Geschehnisse und Taten ausdrückbar macht, die wir viel zu häufig vergessen wollen.“

Auf dem Rücksitz der Seele von Serafia Johansson aus dem Göttinger Tageblatt am 15.12.2014

„Das Stück eröffnet, dem in erster Linie weißen Publikum, eine andere, vielleicht sogar neue Perspektive auf die Geschichte Südafrikas, die eben auch die Kolonialgeschichte Europas ist. Das Duodrama „Schattenboxer“ ist ein absolut empfehlenswertes und sensibles Theaterstück mit starken Schauspielern, das die Traumata der Vergangenheit plastisch inszeniert.“

STEH DEINEN MANN

„Ein Mädchen würde so was nie sagen“: Sexualität und Gender im zeitgenössischen Jugendtheater von Maja Bagat aus Theater der Zeit, Juni 2015
Steh deinen Mann hinterfragt diese stereotypen Zuschreibungen und spielt gekonnt mit den Vorurteilen des Publikums. Indem der Schauspieler einzelne Zuschauer anspricht oder gar dazu auffordert, einen kurzen Catwalk hinzulegen, um zu überprüfen, ob es einen Unterschied in der Gangart zwischen Männern und Frauen gibt (denn Schwule würden ja eher wir Frauen gehen), ist es unmöglich, sich den Fragen der Inszenierung zu entziehen.“

Theaterpremiere: Homosexualität im Fußball aus der Süddeutsche Zeitung am 17.04.2014

„Es ist eine Situation, wie sie so ähnlich Woche für Woche in den Umkleidekabinen deutscher Fußballvereine stattfindet. Im Göttinger Jahnstadion wurde die Szene am Mittwochabend in einem Theaterstück nachgestellt. Den Trainer spielt Schauspieler Matthias Damberg. Rund 30 Zuschauer in der dicht besetzten Umkleide folgen seinen Worten, als wären sie seine Spieler. Es ist die Premiere des Ein-Personen-Stücks Steh deinen Mann, mit dem die Theatergruppe boat people projekt zeigen will, dass Homosexualität im Fußball für viele immer noch ein Tabuthema ist.
„Wir wollen die Leute für dieses Thema sensibilisieren. Viele sehen Fußball als Sport für „echte Männer“, wissen aber gar nicht, warum“, betont Regisseur Reimar de la Chevallerie.“