ON AIR - das boat people song projekt

„Ich bin der Syrer, der nicht gekommen ist.“

Die Chefinnen eines lokalen Radiosenders haben den legendären Abdullah Abdullah, einstmals Star-Moderator in Syrien, für die Moderation ihrer multikulturellen Sendung COFFEE-CLASH gewonnen. Seine Studio-Gäste Majid Merizadi, Luigi und Adorno sind drei Lebenskünstler, die etwas über Deutschland im Jahr X nach der „Flüchtlingskrise“ erzählen sollen, es aber vorziehen, statt zu reden mit Gesang auf Sendung zu gehen. Ihre Stimmen führen uns on air, in luftige Höhen, sie dringen durch Löcher in Systemen und befördern uns auf neue Umlaufbahnen.

PREMIERE: 03. Februar 2018

 

 

boat people projekt

Theaterproduktionen

Seit 2009 arbeiten wir als Freies Theater in Göttingen in verschiedenen Konstellationen schwerpunktmäßig zum Thema Flucht und Migration.

Im November 2015 haben wir neue Räumlichkeiten bezogen: ein kleines Theater mit ca. 90 Sitzplätzen ist in dem ehemaligen Institut für wissenschaftlichen Film entstanden (Nonnenstieg 72). Das Gebäude wird zur Zeit auch als Flüchtlingsunterkunft genutzt, ca. 200 Menschen sind hier untergebracht. Tür an Tür probieren und produzieren wir, proben das Zusammenleben und Zusammenarbeiten.

In den Anfängen unserer Arbeit galten wir nebst ein paar anderen Freien Theatern als speziell, weil wir uns mit Geflüchteten auseinander setzten, heute sind wir als Spezialisten gefragt. Und jetzt sind es Etliche, Freie Gruppen wie große Häuser, die das Thema beschäftigt. In der aktuellen Debatte im Feuilleton geht es um Vor- und Nachteile eines Theaters mit Geflüchteten, um reale Schutzbefohlene auf deutschen Bühnen, um die Frage nach Kunst und Partizipation.  Wir teilen die Sorge, die mehrfach geäußert wird, dass Geschichten benutzt, Menschen auch instrumentalisiert werden.

Unser Weg entsteht mit denen, die ihn mit uns gehen. Die Künstler*innen, mit denen wir arbeiten, sind insbesondere Menschen aus Kriegsgebieten, deren Ängste die Proben begleiten, so wie alle Nachrichten über Flucht-Routen und neue Grenzziehungen unentwegt alles und alle aufwühlen. Wir versuchen, Texte zu schreiben, die im Sinne der Teilnehmer*innen sind, einen Stoff zu weben, in den alle hinein wachsen können. Wie können wir zusammen kommen, was können wir teilen?

Die „Flüchtlinge“ teilen sich mit durch den Weg, den sie verkörpern. Wir, die hier Lebenden, werden zum Gegenstück zu ihnen, in ihren Augen sind wir da, wo wir hin gehören, sind fest an unserem Platz verankert. Dabei bewegt uns ja etwas mit ihnen. Ihre Flucht bewegt uns, rückt uns selbst irgendwo anders hin. Wohin rücken wir, in wessen Nähe wollen wir sein, mit wem wollen wir leben, wem teilen wir uns mit?

Die neue Schauspielproduktion - Ein Stück von Sophie Diesselhorst und Anis Hamdoun

Der Intendant eines kleinen deutschen Stadttheaters engagiert die syrische Regisseurin und „Revolutionsexpertin“ Sahar Alhelo, um Brechts Galileo Galileo in ihrer eigenen Fassung auf die Bühne zu bringen. In Deutschland bereitet man sich parallel auf die Bundestagswahlen vor, Umfragen verheißen ein Erstarken der Rechten. Auf der Probebühne ringen die alleinerziehende Schauspielerin Astrid, der angepasste syrische Filmschauspieler Steve und die mutige wie einsame Regisseurin um künstlerische wie private Inhalte. Sie ahnen noch nichts von der neuen Besetzung durch den Intendanten...

Mehr Informationen zum Stück gibt es HIER.

Wir suchen kreative, theaterbegeisterte Menschen aus dem Landkreis Göttingen für eine geplante Bürgerbühne!

Das Freie Theater boat people projekt aus Göttingen reist für ein Bürgerbühnenprojekt in den Landkreis Göttingen, um mit kreativen Menschen gemeinsam zu denken, zu spielen und zu experimentieren. Alle können mitmachen, die Workshops sind kostenfrei und Theatererfahrungen sind nicht notwendig!

Mehr Informationen gibt es HIER.

Zur Zeit tourt unsere Produktion zum Thema Homosexualität im Fußball durch Fußballvereine in den Bundesländern (in diesem Frühjahr waren wir bereits zu Gast beim BVB Dortmund, demnächst geht es zum Fanprojekt Trier und zu Bayer 04 Leverkusen) und auf Festivals: Nach Festivaleinladungen zum AUGENBLICK MAL Festival in Berlin, RUHRGAMES 2015 und SZENE BUNTE WÄHNE (A) fahren wir 2016 zu den BLICKFELDERN nach Zürich und zum Festival SPLEEN nach Graz. 

Uraufführung von STEH DEINEN MANN von dem Hamburger Autoren Christopher Weiß unter der Regie von Reimar de la Chevallerie war im April 2014 in der Umkleidekabine des Jahn-Stadions in Göttingen.

STEH DEINEN MANN ist ein Monolog für einen Schauspieler mit viel Video, gespielt von Matthias Damberg und Gerd Zinck (im Video).

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Geprägt und inspiriert von den Erfahrungen mit Flüchtlingen in der Theaterarbeit hat Luise Rist ROSENWINKEL geschrieben: einen Roman über ein Mädchen geschrieben, das aus Deutschland abgeschoben wird. Frida, die beste Freundin, gerät auf der Suche nach Anita auf unbekanntes Terrain: ein road trip durch Bosnien und in die Welt der Roma beginnt. Was ist ein sicheres Herkunftsland, und für wen? Die Geschichte ist frei erfunden, aber das Mädchen, das auf dem Cover abgebildet ist, ist wirklich akut von der Abschiebung bedroht.

Der poetische und politisch hoch aktuelle Roman ist im Jugendbuchverlag cbt randomhouse erschienen, aber geschrieben ist er für alle, egal welchen Alters.



News

Über 120 KünstlerInnen aus zahlreichen Göttinger Kultur-Einrichtungen an einem Abend auf der Bühne! Der gesamte Erlös dient der Kulturförderung.

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